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VINO ROSSO UND ROTER MOHN - Toskana 2018 - Teil 1: Marmor, Stein und Eisen bricht

Andrea | 12.07.2018 | | Italy

VORWORT

 

Neben einem schönen Kurzurlaub stand auch bei diesem Europatrip natürlich die Fotografie von und für Spicy Artworks im Vordergrund. Und bereits an dieser Stelle ganz am Anfang des Blogs das finale Statement dazu: Landschaftsfotografie ist eine echte Herausforderung. Und Drohnen-Videografie ist genauso schwer. Aber wer's nicht tut, übt und ausprobiert, der wird nicht zum Meister. Und so taten wir es dann auch. Glück hatten wir mit vielen, vielen Kumuluswolken am Himmel über der Toskana und auch mit fast gar keinem Regen. Dafür waren die Tage oft sehr dunstig und diesig, was auf der einen Seite den Einsatz von Polfiltern und best-of-Einstellungen nach sich zog und andererseits oftmals einen klaren Blick (und Aufnahme) auf die geschwungenen Hügel der Landschaften nicht möglich machte. Ja, und dann noch die zahlreichen harten Kontraste von Schatten und Licht zwischen alten Mauergassen und gleißendem Sonnenlicht. Da galt es, die richtige "Belichtungs- und Blendenmischung" zu finden. Und schließlich die Dauer-Herausforderung, was fotografiere ich wie, damit später "DAS BILD" dabei ist.

 

DIE TOUR DURCH DIE TOSKANA

 

Unsere 11tägige Fototour startete bei uns Zuhause in Meckenbeuren und dann immer in Richtung Süden. Mehr oder minder gerade "herunter" zum Mittelmeer. An Liechtenstein vorbei durch die Schweiz, durch den langen Tunnel San Bernardino hindurch über eine km-lange Schlängel-Bergstraße herab von den Alpen, über die italienische Grenze, dann per Autobahn an Mailand vorbei nach Genua. Nach etwa 7 Stunden Autofahrt waren wir schließlich am Meer und haben in Rapallo den ersten Cappuccino und ein Joghurt mit Früchten gegessen. Welcome Italy!

 

Die erste Station hieß Carrara, die berühmte Stadt des weißen Marmors ganz im Nordwesten der Toskana. Von dort aus ging es über Pietrasanta nach Lucca, deren Altstadt von einer 4 km langen, begehbaren Mauer umgeben ist. Ein Kurzabstecher natürlich nach Pisa, um den berühmten schiefen Turm zu erleben. Weiter nach Süden über die "Kleine Dörfer-Tour" durch Palaia, Legoli, Libbiano und zum Castello di Volpaia. Bevor wir in San Gimignano eintreffen, kommen wir noch ins schöne Volterra. Die nächste Etappe hat (an einem superheißen Tag mit bis 33 Grad C. im Schatten) für uns Certaldo (per Zahnradbahn), Castel San Gimignano, Colle di Val d'Elsa, Castellina in Chianti vorgesehen mit dem Endziel Greve - mitten im Chianti-Gebiet. Wir erleben den allerersten Crash unserer Drohne, die sich einfach am Rande einer Zypressenreihe selbständig macht und ins Geäst reinrauscht. Was ein Glück kein größerer Schaden! Ich glaube, keine Straße, kein Schotterweg war vor uns in diesen Tagen im Chianti sicher. So fuhren wir dann durch Radda und das sehr kleine Gaiole nach Siena. Ein wunderbarer Ort mit besonderem Flair (aber dazu später mehr). Im Anschluss weiter südlich über Asciano, Montalcino nach San Quirico d’Orcia. Und am Ende dann selbstverständlich noch das bekannte Montepulciano. Auf unserem Schlusstag lassen wir zur rechten Seite Cortona und Arezzo liegen. Über die Autobahn an Bologna, Parma, Mailand, Como vorbei zurück durch die Schweizer Alpen nach Deutschland in die Heimat.

 

Was wir nicht geschafft, besucht und gesehen haben war schließlich Florenz, die Maremma und die Costa Degli Etruschi ( = westliche Mittelmeerküste (Ausnahme: Rapallo), Cortona und Arezzo. Unsere Köpfe und unsere Kameras rauchten nur so von Impressionen, Düften und Bildern. Vielleicht bei einem zweiten Mal. Aber wir haben die Toskana sehr intensiv und ausgiebig er-fahren, er-lebt und genossen. Erleben durften wir zudem viele US-Amerikaner (wie kommen die nur ausgerechnet auf die Toskana?), einige Deutsche und - bis auf Pisa - nur wenige asiatische Mitmenschen. Und wir haben reichlich Vino Rosso getrunken und noch mehr roten Mohn gesehen.

MARMOR, STEIN UND EISEN BRICHT

 

Weine nicht, wenn der Regen fällt, dam-dam, dam-dam,
Es gibt einen, der zu dir hält, dam-dam, dam-dam

Marmor, Stein und Eisen bricht,
Aber unsere Liebe nicht,
Alles, alles geht vorbei,
Doch wir sind uns treu.......

Getreu dem Motto von Drafi Deutscher und seinem berühmten Song mussten wir nach einem Tag in Carrara und ihren aufregenden Marmorsteinbrüchen feststellen, dieses weiße Gestein ist wirklich von edler Beschaffenheit und Schönheit. Man kann es nur lieben. So haben wir uns denn zum Andenken einen kleinen schneeweißen Dekoapfel aus Carrara-Marmor fürs Wohnzimmer geleistet. So halten wir ihm dann Treue auf unsere Art.

 

In unserem B&B haben wir Uga und Jacobo kennengelernt. Eine 25 Jahre alte Schildkröte und den Eigentümer unserer Unterkunft, einem alten Herrenhaus mitten in Carrara. Sensationell die drei Marmor-Steinbrüche Fantiscritti, Torano und Colonnata im Norden der Stadt an den Hängen und Gipfeln der dortigen Berge. Sie bohren sog. "Galerien" in die Marmorberge hinein. Riesige quadratische Löcher wie Stollen beim Bergbau. Drinnen wird dann das edle Gestein abgebaut, aber auch draußen. Das ist total beeindruckend. Und man erkennt die Größe erst richtig, wenn man im Vergleich dazu die gelbschwarzen Caterpillar-Fahrzeuge dazu sieht. Überall legt sich der superfeine Staub nieder, Nichts bleibt ohne ihn. Und in der ganzen Gegend sieht man Gebäude, Treppen, Skulpturen, Tische, Bänke aus dem schneeweißen Marmor. Die Post leistet sich genauso wie der Dom in Carrara einmal gleich Alles aus Marmor. Was man nicht versäumen darf sind die unheimlichen Marmortunnel. Für die mehr als 3.000 LKW's am Tag, die die Berge hinauf- und herabdonnern - beladen mit großen Marmorblöcken. Und für uns mit unserem Auto. Nicht beleuchtet, sehr eng, einspurig, staubig. Und ganz schön lang. Einfach ein Erlebnis! An einem der drei Steinbruchorte namens Colonnata gibt es ihn: Den "Lardo di Colonnata", den Marmorspeck. Das ist ein ebenso schneeweißer Speck, der wirklich nicht nach Fett, sondern - in ganz dünnen Scheiben geschnitten und zu frischem Baquette und kühlem Weißwein serviert - hyperlecker schmeckt.


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